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#You only live once & leben mit einer chronischen Erkrankung

Kennt ihr das berühmte Zitat von Mark Twain "Twenty Years From Now You Will Be More Disappointed By The Things You Didn’t Do Than By The Ones You Did Do"? Mitte 20 ist ja das perfekte Alter um Fehler zu machen und sich manchmal so richtig gehen zu lassen. Zeit zum Entdecken und sich verlieren. Aber manchmal frage ich mich dann wie viele Fehler ich in Bezug auf mein Leben mit Diabetes machen sollte? 

 

Einmal einen höheren Blutzucker vor dem Essen zu "ignorieren" ist vermutlich nicht schlimm. Aber was ist, wenn die #YOLO (=You only live once)-Einstellung überhand nimmt. Sollte ich mich bei Werten jenseits von 200 mg/dl künftig nichts mehr zu Essen bestellen? 

Vielleicht schreibe ich gerade wirres Zeug, aber dieser Gedanke kommt mir in letzter Zeit öfter. Wie viel Vernunft verlangt mir meine Krankheit ab? Und wie viel nimmt sie mir von der Leichtigkeit, die ich eigentlich gerne hätte? 

 

No regrets? 

 

Ich bin aktiv, viel unterwegs und Diabetes ist natürlich immer dabei. Ich esse gerne, trinke gerne und liebe es mich treiben zu lassen - durch Zeit und Raum und möglichst sorgenfrei. Doch irgendwie gelingt es mir nicht immer so ganz. Spaziergang vorbei am Lieblingseisladen, 35 Grad in Wien - perfekt oder? Wäre da nicht immer dieser Blick auf mein CGM, das möglicherweise einen Wert anzeigt, der gerade so gar nicht nach 2 Kugeln Eis schreit. Trotzdem machen? Immer? Manchmal? Nie? - "No regrets?" Oder doch?!

 

Im Hier und Jetzt oder doch schon in der Zukunft?

 

Welche Auswirkungen werden meine Handlungen und Entscheidungen im Hier und Jetzt für die Zukunft haben? Wie oft darf die Unvernunft siegen? Das sind Fragen, die ich mir wirklich oft stelle.. und normalerweise rate ich Menschen oftmals zur Unvernunft, einfach weil das Leben oft genau in den Momenten der Unvernunft spielt. Und dann ertappe ich mich dabei bei mir selbst genau das Gegenteil zu tun - ich werde eher zu meinem inneren Moralapostel. Und das gefällt mir gar nicht!

Ich will mein Leben genießen und das mit möglichst wenig schlechtem Gewissen gegenüber mir selbst. 

 

Eine Lösung habe ich noch nicht gefunden. Die gibt es vermutlich auch nicht. Aber eines steht fest: auch wir dürfen und sollen Fehler machen, denn ein Leben ohne Sinn für Unsinn ist dann auch irgendwie sinnlos... Schönen Sonntag!

 

Geht es euch da ähnlich? Oder kennt ihr diese Gedanken? Freue mich von euch zu hören!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Christine M. (Sonntag, 26 August 2018 22:01)

    Mìr geht's auch ähnlich! Oft sitzt mein Katheder schlecht! Mein Blutzuckerwert steigt trotz Insulin Abgabe! Ich geh schnell raus: 5km schnell gehen, das hilft! Doch heut war z.B. alles anders! Ich komm mit mit einem Wert von 400 nach Hause! Also 2. Katheder setzten! 8 Einheiten spritzen und viel Wasser! Fußballspielen mit meinem Enkelkind hat dann geholfen!Bin jetzt bei einem Wert von 137!
    Der Katheder war an der Spitze geknickt! Weiß nicht, wie das passiert ist!
    So geht's mir öfters! Ich versuche gesund, viel Gemüse und Salat zu esse! Doch immer wieder passiert etwas Unerwartetes! Ich denke aber: Das Leben geht weiter! Jeden Tag ca 60 min Training muss helfen! Keine Ketone im Blut ist mein Ziel! Also kontrolliere ich immer!
    Seit 1995 bin ich Typ1 Diabetikerin!
    Mein HBA1C pendelt von 7,2 bis 8,2!
    Die Selbstbemitleidung hat nichts geholfen!
    Ich ersuche trotzdem gut zu leben!�