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Einen Tag ohne Diabetes - Was würdest du tun?

VERFASST VON: Sara

 

Auch mit Diabetes kann man ein Leben ohne Einschränkungen führen. Ich treibe Sport, esse was ich will (naja ein bisschen auf die Kalorien schaue ich dann natürlich auch) und genieße ein Leben in dem ich auch sonst alles tun und lassen kann was ich will.

 

Eigentlich schön und gut. Trotzdem wäre so ein Tag ohne Diabetes auch ein schöner Tag ;-) Es gibt ein paar Dinge, die ich anders machen würde. Ich möchte euch in diesem Blog-Artikel für wenige Minuten in eine Welt entführen, in der auch ihr euch kurz vorstellen könnt, was ihr einen Tag ohne Diabetes machen würdet. Vielleicht würde sich ja nichts ändern?

 

 

Sport, Sport und nochmals Sport

Da mein großes Hobby der Sport ist, muss ich da schon sehr viele Überlegungen anstellen, wie ich einen langen Lauf am besten angehe oder ob ich vor dem Training nun lieber eine halbe Einheit spritze oder lieber eine oder mehrere Sport-BEs esse. Das kann manchmal ganz schön kompliziert werden und geht leider auch nicht immer zu meiner Zufriedenheit auf. Einen Tag ohne Diabetes würde ich einfach damit verbringen den ganzen Tag Sport zu treiben und zu essen wann ich will und nicht wann ich muss.

 

 

Andererseits werden von SportwissenschafterInnen auch Zeitpunkte für Nicht-DiabetikerInnen genannt, an denen man was essen sollte, damit die Energie nicht in den Keller fliegt. Auf jeden Fall wäre es mal ganz angenehm nicht ständig den Blutzucker im Auge behalten zu müssen!

 

Die Sucht

 

Ich bin schon ein alter Diabetes-Hase, das Blutzuckermessen liegt mir im Blut wie bei Normalsterblichen die Kontrolle der neuesten Nachrichten am Telefon. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich aus Gewohnheit messen würde. Es interessiert mich einfach, ob der Blutzucker wirklich in der Balance bleibt! Einen Tag ohne Diabetes und ich will messen! Halleluja!

 

Spontan sein

Spontan ein Eis essen, spontan vier Stunden radeln. Alles nicht so einfach mit Diabetes. Wenn der Blutzucker nicht so in den Bahnen ist und man ein Eis essen will, gibt es zwei Möglichkeiten. Warten bis der Blutzucker wieder unten ist, oder das Eis essen und einen hohen Wert für die nächsten Stunden in Kauf nehmen. Ich gestehe, dass ich meistens die zweite Option wähle. Einfach aus dem Grund, weil ich nicht möchte, dass mein Diabetes mein Leben bestimmt, sondern umgekehrt. Auch auf eine lange Sporteinheit muss man vorbereitet sein. Genug zu essen, genug Insulin und Traubenzucker müssen da ins Gepäck. Schon ganz schön nervig, wenn man die nächste Stunde einfach gerne dahinradeln möchte und auf einmal ist er da, der Hypo!!

 

Wieviele BEs hat das eigentlich? Keine Ahnung, ist mir heute egal!

Gerade in der Anfangszeit kennt man das Gefühl, wenn man ein Gericht vorgesetzt bekommt und keinen blassen Schimmer hat, wie viele Broteinheiten das hat. Bei Nudeln, Reis, Kartoffeln etc. kann man das ja noch relativ gut einschätzen, aber was wenn man etwas wie Foufou vorgesetzt bekommt? Noch nie gehört? Keine Ahnung wie viele BEs sowas hat.


Mit der Zeit wird man zwar besser darin einzuschätzen wie viele Kohlenhydrate in einem Gericht sind. Aber auch nach 17 Jahren kann ich mich manchmal ganz schön verschätzen. Besonders wenn man auch noch in einem Restaurant sitzt, wo der werte Herr Küchenchef Zucker in die Soßen hinzufügt. Das hält mich zwar nicht auf ein solches Gericht zu essen, aber mit einem schönen Wert gehe ich selten daraus hervor. ;-)

 

Dasselbe gilt auch für ausgedehnte Frückstücksbuffets oder Brunch. Da lassen auch die netten Fett/Eiweiß-Einheiten grüßen und wenn man schon glaubt, man hat diesen Berg essen richtig eingeschätzt hat – da kommt er schon der Anstieg – drei Stunden später!

 

Wie man wohl erkennen kann, ich würde mein Leben genauso ohne Diabetes leben. Es wäre einfacher, keine Frage. Ich hätte einen Teilzeit-Job namens Diabetes weniger. Trotzdem würde sich an meiner Art zu leben nichts ändern. Vielleicht kann ich es eines Tages ja sogar wirklich probieren, wie sich all diese Dinge anfühlen. Bis dorthin, ärgere ich mich noch über die Diabetes-Tücken des Alltages und versuche sie mit möglichst viel Gelassenheit zu nehmen!

 

Was würdet ihr machen, wenn ihr einen Tag ohne Diabetes verbringen könntet? Würdet ihr euer Leben ändern, oder würdet ihr es genauso beibehalten? 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Renate (Dienstag, 12 September 2017 06:58)

    Toller Beitrag!��

  • #2

    Sara (Dienstag, 19 September 2017 22:51)

    Danke Renate! :)